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    29. November 2016, LEW Wasserkraft GmbH

    Erster Feldversuch im Projekt LINDA

    Lässt sich im Falle eines Stromausfalls die lokale Stromversorgung allein mit erneuerbaren Energien wiederaufbauen? Und wenn ja, wie? Um genau diese Frage geht es im Pilotprojekt „LINDA". Zusammen mit sieben weiteren Kooperationspartnern setzen LVN und BEW dieses Projekt in der Gemeinde Niederschönenfeld um, mit dem Ziel einen Beitrag zur lokalen und regionalen Versorgungssicherheit zu leisten.

    Logo Projekt LINDA
    Logo Projekt LINDA. (Quelle: LEW)

    Die erste Phase der Bauarbeiten zur Dammsanierung in Offingen wird rund sechs Wochen dauern. Zu Beginn des kommenden Jahres wird BEW dann die ökologischen Maßnahmen in Angriff nehmen. Das Projekt in Offingen soll bis Ende Februar 2017 abgeschlossen sein.

     

    Bei dieser innovativen Art der Dammsanierung entsteht der Platz für den Hochwasserschutz nicht an Land, sondern direkt am Ufer. Auf diese Weise werden die angrenzenden Auwälder geschont. Der Damm wird dabei verbreitert und auf der Wasserseite mit Wurzelschutzmatten ausgestattet. Die speziellen Matten haben eine Dichtungsfunktion und schützen so die Dämme der Staustufe. Anschließend werden Kies und Sedimente aufgeschüttet und die Uferbereiche neu gestaltet. Hier kommt der ökologische Aspekt hinzu: Mit Hilfe von Totholz und Wasserbausteinen entstehen auf den Sedimenten naturnahe Strukturen und damit wertvolle neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Bisher war die Sanierung von Dämmen mit erheblichen Eingriffen in die Natur und langwierigen Genehmigungsverfahren verbunden.

     

    Auch an der Staustufe in Oberelchingen wird  BEW bis zum kommenden Frühjahr Öko-Bermen auf einer Länge von 500 Metern im Staubereich einbauen. Dort ist zugleich eine Dammerhöhung geplant.

     

    Die Gesamtkosten für die beiden Vorhaben belaufen sich auf rund 1,4 Millionen Euro. Die EU unterstützt den ökologischen Teil des Gesamt-Projekts, das den Namen INADAR (Innovative approach for dam restoration) trägt, mit 600.000 Euro.

     

    „Die Förderung des Projekts durch die EU ist für die Projektpartner eine großartige Auszeichnung. Wir wollen die nachhaltige Wasserkraft mit neuen Ideen und Konzepten weiter voranzubringen. Entscheidend ist dabei die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Behörden, Naturschutz, Fischerei und Wissenschaft“, sagt BEW-Geschäftsführer Prof. Dr. Frank Pöhler.

     

    Das Prinzip der Öko-Berme hat sich bereits bewährt. Das zeigen Ergebnisse von Musterstrecken, die BEW bereits bei Leipheim, Günzburg und Offingen gebaut hat. In Günzburg wurde daraufhin im Sommer auf einer Länge von 800 Metern bereits eine Öko-Berme realisiert, die allerdings nicht Teil des EU-Projektes ist.

     

    Wie konkret die positiven Auswirkungen auf die Umwelt sind, wird ebenso wissenschaftlich untersucht wie die Auswirkungen auf die Dammstabilität und die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens. Diese Aufgaben übernimmt die Universität Innsbruck, die die Projekte bis 2019 begleitet. „Das Monitoring soll den Vorbildcharakter der Maßnahmen unterstreichen. Ziel des Projektes ist schließlich auch, das Verfahren auf vergleichbare Flüsse in Europa zu übertragen und die Genehmigungsverfahren zu vereinfachen“, sagt Ralf Klocke, Leiter Wasserbau bei BEW und zuständig für das Projekt, bei dem auch die Obere Donau Kraftwerke GmbH und der VGB PowerTech e.V. (Fachverband der Strom- und Wärmeerzeuger) als Partner fungieren.

     

    Die Bayerische Elektrizitätswerke GmbH (BEW) ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Augsburger Lechwerke AG. BEW unterhält und betreibt 36 Wasserkraftwerke an Donau, Günz, Iller, Lech und Wertach und gehört damit zu den führenden Wasserkraftwerksbetreibern in Bayern. Das Unternehmen erzeugt jährlich rund eine Milliarde Kilowattstunden Strom aus regenerativer Wasserkraft. BEW beschäftigt rund 150 Mitarbeiter. Der Unternehmenssitz liegt in Augsburg.
    Weitere Informationen unter www.bew-augsburg.de.

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