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      13. Mai 2020, LEW Wasserkraft GmbH

      Eine Heimat für die Flussseeschwalbe am Lech

      LEW Wasserkraft, Naturschutz und Fischerei verankern am Stausee Feldheim ein Brutfloß. Finanziert wird das Vorhaben über den Förderfonds des Ökostromprodukts LEW Strom Aqua Natur.

      Brutfloß Feldheim
      Mitarbeiter von LEW Wasserkraft bedeckten das Brutfloß mit Kies, Totholz und anderen Unterschlupfmöglichkeiten und verankerten es anschließend auf dem Feldheimer Stausee. (Quelle: LEW/ Thorsten Franzisi)


      Die LEW Wasserkraft GmbH hat ein Brutfloß für Flussseeschwalben im Stauraum Feldheim installiert. Die seltene Vogelart kommt in dem Vogelschutzgebiet rund um den Stausee bereits vor, allerdings fehlen bislang geeignete Nistplätze. Da ähnliche Brutflöße, wie beispielsweise an der Günz, bereits erfolgreiche Auswirkungen auf die Population der Vogelart hatten, sollte nun auch am Lech ein Brutfloß für die Flussseeschwalbe angelegt werden. Das Projekt wurde in enger Zusammenarbeit mit der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Schwaben, der Kreisgruppe Donau-Ries des Bund Naturschutz und der Fischereigenossenschaft Unterer Lech realisiert.

      Die Partner haben den Stausee Feldheim ausgewählt, um den Bestand der Flussseeschwalbe in der Region zu stützen. Durch die fehlende Freizeitnutzung ist der Stausee Feldheim bestens geeignet, um eine neue Heimat für diese Flugkünstler zu werden.

      „Flussseeschwalben benötigen zum Brüten offene, unbewachsene und ungestörte Kiesinseln. Diese sind an unseren Flüssen und Seen selten. Wegen fehlender Brutplätze ist die Flussseeschwalbe in Bayern gefährdet. Nisthilfen, wie das neue Brutfloß im Feldheimer Stausee, begünstigen häufig die Gründung neuer Kolonien“, sagt Rudolf Schubert von der Kreisgruppe Donau-Ries des Bund Naturschutz. „Mit Unterstützung von LEW Wasserkraft können wir diese seltenen Vögel im Landkreis bestenfalls wieder ansiedeln.“

      Brutflöße werden gut angenommen

      Das Brutfloß in Feldheim ist etwa zwei mal vier Meter groß und mit Kies bedeckt. Wurzelstöcke und ausgehöhlte Baumstämme dienen als Rückzugsort für die Küken, da sie Schatten und Schutz vor Räubern bieten. Mit ähnlichen Brutflößen in der Region haben LEW Wasserkraft und der Naturschutz bereits gute Erfahrungen gemacht. So hat sich beispielsweise am Stausee Waldstetten an der Günz eine Flussseeschwalben-Kolonie auf dem Brutfloß niedergelassen, das LEW Wasserkraft im Jahr 2017 dort eingebracht hat. Auch an Iller, am Stausee Lautrach, und an der Wertach, am Stausee Inningen, werden die schwimmenden Kiesinseln gut angenommen.

      „Als Betreiber von Wasserkraftanlagen gehört es für uns seit vielen Jahren dazu, die Lebensräume für Tiere und Pflanzen an den Flüssen zu verbessern. Wir wollen Vorbild für die Wasserkraftnutzung der Zukunft sein und setzen uns für die nachhaltige Verbesserung der Ökosysteme ein“, sagt Andreas Hurler, der das Projekt bei LEW Wasserkraft betreut. „In Bayerisch-Schwaben haben wir gemeinsam mit den örtlichen Behörden und Verbänden bereits fünf weitere Brutflöße an Iller, Wertach, Günz und Donau eingebracht. Möglich machen das viele LEW-Kunden, die unser Stromprodukt LEW Strom Aqua Natur beziehen, und so einen Fördertopf für Ökoprojekte füllen.“

      Finanzierung durch Ökostrom-Angebot LEW Strom Aqua Natur

      Die Kosten für das Vorhaben betragen rund 6.000 Euro. Finanziert wird es durch den Fördertopf für Öko-Projekte der Lechwerke AG (LEW). Das vom TÜV Süd zertifizierte Stromprodukt „LEW Strom Aqua Natur“ garantiert dem Kunden nicht nur hundertprozentigen Wasserkraftstrom. Ein fixer Teil des Verbrauchspreises fließt in einen Förderfonds, der die Entwicklung neuer Formen der Energieerzeugung aus regenerativen Quellen fördert. Zusätzlich investiert LEW 1 Euro pro Monat und Vertrag in die Förderung regionaler Naturschutzprojekte. In den vergangenen Jahren wurden damit unter anderem auch Nistkästen für Fledermäuse und Wasseramseln an den Kraftwerksgebäuden von LEW Wasserkraft finanziert.

      Bedeutendes Schutzgebiet Feldheimer Stausee

      Der Feldheimer Stausee ist Schutzgebiet von höchstem Rang und aufgrund der dort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten als Naturschutz-, Vogelschutz- und Flora-Fauna-Habitat-Gebiet sowie als Vogelfreistätte ausgewiesen. „Das Gebiet erfüllt wichtige und globale Kriterien für den Arten- und Biotopschutz. Aufgrund seiner Bedeutung für Wasservögel, ist er maßgeblicher Bestandteil des Ramsar-Gebietes Lech-Donau-Winkel und als ‚Important Bird Area‘ ausgewiesen. Das Ramsar-Feuchtgebiet hat eine große Bedeutung als Sommerrast- und Mausergebiet für Wasservögel und Watvögel, wie Blässhuhn, Höckerschwan, Zwergtaucher oder verschiedene Entenarten. Die Installation des Brutfloßes für die Flussseeschwalbe wird als Bereicherung für das Gebiet angesehen und kann zu einer Neuansiedlung der Art beitragen“, sagt Margarete Siering von der Höheren Naturschutzbehörde der Regierung von Schwaben.

      Für die Besucher und Freizeitnutzer ist am Feldheimer Stausee nur der rechtsseitige Ostdamm des Lechufers frei zugänglich. Der linksseitige Westdamm und ein Teil des rechtsseitigen Ostufers sind aufgrund der Ruhezone für seltene Wasservögel nicht zu befahren oder zu betreten. Hier sollten die Besucher auf den Weg der Dammrückseitige ausweichen.

      Das Kraftwerk Feldheim gehört zu den vier Lechkraftwerken der Rhein-Main-Donau GmbH (RMD) vor der Mündung des Lechs in die Donau. Die Wasserkraftwerke Ellgau, Oberpeiching, Rain und Feldheim erzeugen jährlich etwa 220 Millionen Kilowattstunden Strom aus erneuerbarer Energie. Mit dieser Menge können mehr als 80.000 Haushalte das ganze Jahr über mit elektrischer Energie versorgt werden. Die vier RMD-Kraftwerke am unteren Lech werden von der LEW Wasserkraft GmbH betrieben und von deren Zentralwarte in Gersthofen bei Augsburg aus überwacht und gesteuert. 

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